============================================================ TITLE: Liquiditätsengpass erkennen: Die wichtigsten Frühwarnsignale TYPE: blog VERSION: 2 VERSION_ID: 7c2fb87e-9610-4909-a48c-b4cd728d5abc GENERATED_AT: 2026-02-12T12:22:39.365Z SUMMARY: Der Blog-Beitrag zeigt auf, welche Frühwarnsignale auf einen Liquiditätsengpass hindeuten und wie Unternehmen rechtzeitig gegensteuern können. AUTHOR: Claas Eimer DATE PUBLISHED: January 5, 2026 DATE MODIFIED: January 27, 2026 READING TIME: 5 min WORD COUNT: 955 KEYWORDS: Liquiditätsengpass erkennen, Die wichtigsten Frühwarnsignale, Kurzfassung (TL;DR), Merksätze für die Praxis SOURCE URL: https://www.companyon.de/blog/liquiditaetsengpass-erkennen-die-wichtigsten-fruehwarnsignaleae ============================================================ KEY TAKEAWAYS: * Kurzfassung (TL;DR) * Warum Liquiditätsengpässe selten plötzlich entstehen * Was ist ein Liquiditätsengpass? * Frühwarnsignal 1: Sinkender operativer Cashflow trotz Gewinn * Frühwarnsignal 2: Stark steigende Forderungen ## Kurzfassung (TL;DR) * Liquiditätsengpässe kündigen sich frühzeitig an * Gewinn schützt nicht vor Zahlungsproblemen * Operativer Cashflow ist ein zentrales Warnsignal * Working Capital wird häufig unterschätzt * Frühwarnsysteme ermöglichen rechtzeitiges Gegensteuern Liquiditätsengpässe kündigen sich frühzeitig an Gewinn schützt nicht vor Zahlungsproblemen Operativer Cashflow ist ein zentrales Warnsignal Working Capital wird häufig unterschätzt Frühwarnsysteme ermöglichen rechtzeitiges Gegensteuern ## Warum Liquiditätsengpässe selten plötzlich entstehen Ein Liquiditätsengpass tritt in der Regel nicht überraschend auf.In den meisten Fällen gibt es frühe Hinweise, die jedoch übersehen oder falsch interpretiert werden. Der Grund:Viele Unternehmen steuern primär über Umsatz und Ergebnis – nicht über Liquidität. "Zahlungsunfähigkeit ist fast immer das Ergebnis eines nicht erkannten Liquiditätsrisikos." Zahlungsunfähigkeit ist fast immer das Ergebnis eines nicht erkannten Liquiditätsrisikos. ## Was ist ein Liquiditätsengpass? Ein Liquiditätsengpass liegt vor, wenn ein Unternehmen: * fällige Zahlungsverpflichtungen * nicht mehr vollständig oder nicht mehr fristgerecht * aus verfügbaren liquiden Mitteln erfüllen kann fällige Zahlungsverpflichtungen nicht mehr vollständig oder nicht mehr fristgerecht aus verfügbaren liquiden Mitteln erfüllen kann * der Zeitpunkt der Zahlung * nicht die Ertragslage des Unternehmens der Zeitpunkt der Zahlung nicht die Ertragslage des Unternehmens Dieser Beitrag differenziert die Begriffe Gewinn, Cashflow und Liquidität: zum Beitrag ## Frühwarnsignal 1: Sinkender operativer Cashflow trotz Gewinn Ein besonders kritisches Signal ist: * steigender Gewinn * bei gleichzeitig sinkendem operativen Cashflow bei gleichzeitig sinkendem operativen Cashflow * Umsätze werden zwar erzielt * Geld fließt jedoch verzögert oder gar nicht Umsätze werden zwar erzielt Geld fließt jedoch verzögert oder gar nicht * lange Zahlungsziele * steigende Forderungen * wachsendes Working Capital steigende Forderungen wachsendes Working Capital Der operative Cashflow ist der verlässlichste Indikator für die Fähigkeit eines Unternehmens, sich selbst zu finanzieren. Genauere Darstellung des operativen Cashflows als Indikator: Der operative Cashflow (OCF) zeigt, wie viel liquide Mittel aus dem Kerngeschäft erwirtschaftet werden. Damit ist er besonders geeignet, um zu beurteilen, ob ein Unternehmen: * laufende Kosten decken kann * Investitionen aus eigener Kraft finanzieren kann * Zinsen und Tilgungen bedienen kann * unabhängig von externer Finanzierung ist laufende Kosten decken kann Investitionen aus eigener Kraft finanzieren kann Zinsen und Tilgungen bedienen kann unabhängig von externer Finanzierung ist Im Vergleich zu Gewinnkennzahlen ist der OCF: * weniger manipulationsanfällig (keine Abschreibungen, keine Bewertungsspielräume) * liquiditätsnah und damit realitätsnäher * besser geeignet als EBITDA oder Jahresüberschuss, wenn es um Zahlungsfähigkeit geht weniger manipulationsanfällig (keine Abschreibungen, keine Bewertungsspielräume) liquiditätsnah und damit realitätsnäher besser geeignet als EBITDA oder Jahresüberschuss, wenn es um Zahlungsfähigkeit geht In diesem Sinne ist er tatsächlich einer der verlässlichsten Indikatoren für Selbstfinanzierungskraft. ### Wichtige Einschränkungen Ganz allein reicht der operative Cashflow aber nicht aus: * Investitionsbedarf fehlt Hoher OCF + noch höhere Investitionen ⇒ keine echte Selbstfinanzierung Deshalb ist der Free Cashflow (OCF – CapEx) oft aussagekräftiger * Hoher OCF + noch höhere Investitionen ⇒ keine echte Selbstfinanzierung * Deshalb ist der Free Cashflow (OCF – CapEx) oft aussagekräftiger * Working-Capital-Effekte Kurzfristige Effekte (z. B. spätere Lieferantenzahlungen) können den OCF verzerren Besonders relevant bei wachsenden Unternehmen * Kurzfristige Effekte (z. B. spätere Lieferantenzahlungen) können den OCF verzerren * Besonders relevant bei wachsenden Unternehmen * Zyklische Geschäftsmodelle In manchen Branchen schwankt der OCF stark Ein einzelnes Jahr kann in die Irre führen * In manchen Branchen schwankt der OCF stark * Ein einzelnes Jahr kann in die Irre führen * Keine Aussage zur Struktur Der OCF sagt nichts darüber, wie nachhaltig oder risikobehaftet das Geschäftsmodell ist * Der OCF sagt nichts darüber, wie nachhaltig oder risikobehaftet das Geschäftsmodell ist Investitionsbedarf fehlt * Hoher OCF + noch höhere Investitionen ⇒ keine echte Selbstfinanzierung * Deshalb ist der Free Cashflow (OCF – CapEx) oft aussagekräftiger Hoher OCF + noch höhere Investitionen ⇒ keine echte Selbstfinanzierung Deshalb ist der Free Cashflow (OCF – CapEx) oft aussagekräftiger Working-Capital-Effekte * Kurzfristige Effekte (z. B. spätere Lieferantenzahlungen) können den OCF verzerren * Besonders relevant bei wachsenden Unternehmen Kurzfristige Effekte (z. B. spätere Lieferantenzahlungen) können den OCF verzerren Besonders relevant bei wachsenden Unternehmen Zyklische Geschäftsmodelle * In manchen Branchen schwankt der OCF stark * Ein einzelnes Jahr kann in die Irre führen In manchen Branchen schwankt der OCF stark Ein einzelnes Jahr kann in die Irre führen Keine Aussage zur Struktur * Der OCF sagt nichts darüber, wie nachhaltig oder risikobehaftet das Geschäftsmodell ist Der OCF sagt nichts darüber, wie nachhaltig oder risikobehaftet das Geschäftsmodell ist ## Frühwarnsignal 2: Stark steigende Forderungen Wenn Forderungen schneller wachsen als der Umsatz, ist Vorsicht geboten. * verlängerte Zahlungsziele * nachlassende Zahlungsmoral * fehlendes Forderungsmanagement verlängerte Zahlungsziele nachlassende Zahlungsmoral fehlendes Forderungsmanagement * Liquidität wird gebunden * Finanzierungslücken entstehen Liquidität wird gebunden Finanzierungslücken entstehen Dieses Signal wird häufig unterschätzt, da es bilanzwirksam, aber nicht unmittelbar erfolgswirksam ist. ## Frühwarnsignal 3: Wachsende Lagerbestände Steigende Lagerbestände: * binden Kapital * belasten die Liquidität * verbessern kurzfristig weder Cashflow noch Ergebnis belasten die Liquidität verbessern kurzfristig weder Cashflow noch Ergebnis Besonders kritisch bei: * wachsenden Unternehmen * sinkender Umschlagshäufigkeit wachsenden Unternehmen sinkender Umschlagshäufigkeit Ein hoher Lagerbestand ist kein Sicherheitsfaktor, sondern oft ein Liquiditätsrisiko. ## Frühwarnsignal 4: Zunehmende Auslastung von Kreditlinien * dauerhaft oder zunehmend * nahe an der Grenze genutzt werden dauerhaft oder zunehmend nahe an der Grenze genutzt werden ist das ein klares Warnsignal. Problematisch ist insbesondere: * wenn Kreditlinien operative Liquidität ersetzen * statt Investitionen zu finanzieren wenn Kreditlinien operative Liquidität ersetzen statt Investitionen zu finanzieren Das Unternehmen wird abhängig von externer Finanzierung – bei sinkender Flexibilität. ## Frühwarnsignal 5: Regelmäßiges Verschieben von Zahlungen * spätere Lieferantenzahlungen * gestundete Steuerzahlungen * Verhandlungen über Zahlungsziele spätere Lieferantenzahlungen gestundete Steuerzahlungen Verhandlungen über Zahlungsziele Diese Maßnahmen verschaffen kurzfristig Luft,sind aber kein nachhaltiges Liquiditätsmanagement. ## Frühwarnsignal 6: Fehlende oder veraltete Liquiditätsplanung Ein zentrales organisatorisches Warnsignal ist: * Liquiditätsplanung fehlt * oder wird nicht regelmäßig aktualisiert Liquiditätsplanung fehlt oder wird nicht regelmäßig aktualisiert * werden Engpässe erst erkannt, wenn sie akut sind * fehlen Entscheidungsgrundlagen werden Engpässe erst erkannt, wenn sie akut sind fehlen Entscheidungsgrundlagen Die Liquiditätsplanung ist kein Kriseninstrument, sondern ein permanenter Steuerungsprozess. * Dieser Blog-Beitrag befasst sich speziell mit der Liquiditätsplanung: zum Beitrag * Diese Webseite zeigt, wie einfach eine Liquiditätsplanung auch in KMU realisiert werden kann: https://www.companyon.de/liquiditaet ## Frühwarnsignal 7: Investitionen ohne Cashflow-Betrachtung Investitionen werden häufig anhand von: * strategischem Nutzen * Ergebniswirkungen bewertet – aber nicht ausreichend anhand: * der Liquiditätswirkung der Liquiditätswirkung * Abschreibungen entlasten die GuV * Auszahlungen belasten sofort die Liquidität Abschreibungen entlasten die GuV Auszahlungen belasten sofort die Liquidität * Diese Webseite zeigt, wie einfach Investitionen mit automatischer Berücksichtigung von Effekten auf die Liquidität geplant werden können: https://www.companyon.de/bilanzplanung * Diese Webseite zeigt, wie der Cashflow-Effekt aus Investitionen noch genauer geplant werden kann: https://www.companyon.de/cashflow_planung ## Warum Frühwarnsignale oft ignoriert werden * Fokus auf Ergebniskennzahlen * fehlende Transparenz * operative Überlastung * trügerische Sicherheit durch Gewinne Fokus auf Ergebniskennzahlen operative Überlastung trügerische Sicherheit durch Gewinne Liquiditätsprobleme sind unangenehm –deshalb werden Warnsignale oft verdrängt. Hinweis: In speziellen Software-Tools wie z.B. von Companyon (www.companyon.de) ist es auch für Geschäftsführer von KUM einfach möglich, das Budget zu planen und daraus automatisch eine Liquiditätsplanung und -prognose zu erstellen. Ein Hinweis gibt die folgende Webseite: https://www.companyon.de/planung_einleitung ## Wie Unternehmen frühzeitig gegensteuern können ### 1. Liquidität regelmäßig planen * rollierend * zahlungsstrombasiert * realistisch ### 2. Cashflow aktiv überwachen * operativer Cashflow als Kernkennzahl * nicht nur Jahres-, sondern Monatsbetrachtung operativer Cashflow als Kernkennzahl nicht nur Jahres-, sondern Monatsbetrachtung ### 3. Working Capital steuern * Forderungen * Verbindlichkeiten * Lagerbestände ### 4. Integriert planen * GuV, Liquidität und Bilanz gemeinsam betrachten GuV, Liquidität und Bilanz gemeinsam betrachten ## Merksätze für die Praxis * Liquiditätsengpässe kündigen sich früh an * Gewinn schützt nicht vor Zahlungsproblemen * Cashflow ist wichtiger als Ergebnis * Planung schafft Handlungsspielraum Liquiditätsengpässe kündigen sich früh an Cashflow ist wichtiger als Ergebnis Planung schafft Handlungsspielraum ## Fazit Liquiditätsengpässe entstehen selten plötzlich.Sie sind fast immer das Ergebnis nicht erkannter oder ignorierter Frühwarnsignale. * Liquidität aktiv steuern * Cashflow ernst nehmen * integriert planen Liquidität aktiv steuern Cashflow ernst nehmen erkennen Risiken früher und gewinnen Sicherheit. Liquidität ist kein Randthema –sie entscheidet über die Handlungsfähigkeit des Unternehmens. ### Häufige Fragen (FAQ) Wie früh lassen sich Liquiditätsengpässe erkennen?Oft mehrere Monate im Voraus – vorausgesetzt, Cashflow und Liquidität werden aktiv überwacht. Reicht eine GuV zur Steuerung aus?Nein. Die GuV zeigt Erfolg, nicht Zahlungsfähigkeit. Welche Kennzahl ist am wichtigsten?Der operative Cashflow in Verbindung mit einer rollierenden Liquiditätsplanung. ------------------------------------------------------------ ABOUT THIS CONTENT ------------------------------------------------------------ Source: https://www.companyon.de/blog/liquiditaetsengpass-erkennen-die-wichtigsten-fruehwarnsignaleae Author: Claas Eimer Published: January 5, 2026 This content is provided for informational purposes. Please visit the original source for the most up-to-date information.