============================================================ TITLE: Warum Unternehmen zahlungsunfähig werden, obwohl sie profitabel sind. TYPE: blog VERSION: 1 VERSION_ID: 71b2415c-9189-4282-896c-905c6878d635 GENERATED_AT: 2026-02-12T11:24:15.842Z SUMMARY: Unternehmen können profitabel sein, aber dennoch in Zahlungsschwierigkeiten bis hin zur Insolvenz geraten. Dieser Blog-Artikel beschreibt die Zusammenhänge. AUTHOR: Claas Eimer DATE PUBLISHED: December 31, 2025 DATE MODIFIED: December 31, 2025 READING TIME: 5 min WORD COUNT: 845 KEYWORDS: Warum Unternehmen zahlungsunfähig werden, obwohl sie profitabel sind., Kurzfassung (TL;DR) SOURCE URL: https://www.companyon.de/blog/warum-unternehmen-zahlungsunf%C3%A4hig-werden-obwohl-sie-profitabel-sind ============================================================ KEY TAKEAWAYS: * Kurzfassung (TL;DR) * Einleitung: Das scheinbare Paradox * Zahlungsunfähigkeit: eine präzise Einordnung * Gewinn vs. Liquidität: die zentrale Ursache des Problems * Die häufigsten Ursachen für Zahlungsunfähigkeit trotz Profitabilität # Warum Unternehmen zahlungsunfähig werden, obwohl sie profitabel sind. ## Kurzfassung (TL;DR) * Profitabilität und Zahlungsfähigkeit sind grundverschiedene Konzepte * Zahlungsunfähigkeit entsteht durch Liquiditätsengpässe, nicht durch Verluste * Wachstum, Investitionen und Working Capital sind häufige Ursachen * Die GuV allein reicht nicht zur Unternehmenssteuerung * Integrierte Planung ist der Schlüssel zur Vermeidung solcher Risiken Profitabilität und Zahlungsfähigkeit sind grundverschiedene Konzepte Zahlungsunfähigkeit entsteht durch Liquiditätsengpässe, nicht durch Verluste Wachstum, Investitionen und Working Capital sind häufige Ursachen Die GuV allein reicht nicht zur Unternehmenssteuerung Integrierte Planung ist der Schlüssel zur Vermeidung solcher Risiken ## Einleitung: Das scheinbare Paradox In der Praxis kommt es immer wieder vor, dass Unternehmen: * steigende Umsätze erzielen * positive Ergebnisse ausweisen * dennoch in ernsthafte Liquiditätsprobleme geraten steigende Umsätze erzielen positive Ergebnisse ausweisen dennoch in ernsthafte Liquiditätsprobleme geraten Für Außenstehende wirkt das widersprüchlich. Für erfahrene Controller ist es ein klassisches Muster. "Profitabilität schützt nicht vor Zahlungsunfähigkeit." Profitabilität schützt nicht vor Zahlungsunfähigkeit. ## Zahlungsunfähigkeit: eine präzise Einordnung Zahlungsunfähigkeit bedeutet: "Ein Unternehmen ist nicht mehr in der Lage, seine fälligen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen." Ein Unternehmen ist nicht mehr in der Lage, seine fälligen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. * der Zeitpunkt der Zahlung * nicht das ausgewiesene Ergebnis der Zeitpunkt der Zahlung nicht das ausgewiesene Ergebnis Die Insolvenzordnung knüpft damit nicht an den Gewinn, sondern an die Liquidität an. ## Gewinn vs. Liquidität: die zentrale Ursache des Problems ### Gewinn ist eine periodisierte Größe * basiert auf Erträgen und Aufwendungen * folgt dem Prinzip der Periodenabgrenzung * enthält zahlreiche nicht zahlungswirksame Effekte basiert auf Erträgen und Aufwendungen folgt dem Prinzip der Periodenabgrenzung enthält zahlreiche nicht zahlungswirksame Effekte ### Liquidität ist eine Bestandsgröße * basiert ausschließlich auf Ein- und Auszahlungen * entscheidet über Zahlungsfähigkeit * ist zeitpunktbezogen basiert ausschließlich auf Ein- und Auszahlungen entscheidet über Zahlungsfähigkeit ➡️ Ein Unternehmen kann Gewinn ausweisen, ohne Geld zu erhalten. Dieser Blogbeitrag widmet sich speziell den Unterschieden zwischen Gewinn, Cashflow und Liquidität: Zum Beitrag. ## Die häufigsten Ursachen für Zahlungsunfähigkeit trotz Profitabilität ### 1. Wachstum mit hohem Working-Capital-Bedarf Starkes Wachstum gilt als Erfolg – ist aber liquiditätsintensiv. * steigende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen * höhere Lagerbestände * Vorfinanzierung von Personal und Material steigende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Vorfinanzierung von Personal und Material Das operative Ergebnis verbessert sich, während: * gebundenes Kapital steigt * freie Liquidität sinkt gebundenes Kapital steigt freie Liquidität sinkt ➡️ Wachstum wird zum Liquiditätsrisiko. Dieser Effekt wird auf diesem Schaubild visualisiert (aus einem Companyon-Webinar zum Thema Liquiditätsplanung): ### 2. Lange Zahlungsziele und Forderungslaufzeiten Viele profitable Unternehmen haben: * hohe Außenstände * lange Zahlungsziele bei Kunden lange Zahlungsziele bei Kunden Die GuV zeigt Umsatz und Gewinn.Die Bankkonten bleiben leer. * wenige große Kunden * verspätete Zahlungen * fehlendes Forderungsmanagement fehlendes Forderungsmanagement ### 3. Investitionen ohne integrierte Planung Investitionen wirken: * positiv auf die Zukunftsfähigkeit * negativ auf die kurzfristige Liquidität positiv auf die Zukunftsfähigkeit negativ auf die kurzfristige Liquidität * Investitionen werden über Gewinn begründet * Liquiditäts- und Bilanzwirkungen werden unterschätzt * Tilgungspläne werden nicht berücksichtigt Investitionen werden über Gewinn begründet Liquiditäts- und Bilanzwirkungen werden unterschätzt Tilgungspläne werden nicht berücksichtigt Abschreibungen entlasten die GuV – die Auszahlung erfolgt aber sofort. Diese Webseite befasst sich mit der auch für KMU einfachen integrierten Planung, die alle Elemente von der Budget- und Personalplanung, aber auch die Investitions-/Finanzierungsplanung und sogar die Cashflow-Planung beinhaltet. Das Ergebnis ist eine automatische Liquiditätsprognose, in der mögliche Engpässe sehr deutlich werden würden: https://www.companyon.de/planung_einleitung ### 4. Tilgungen und Kapitaldienste * sind nicht GuV-wirksam * belasten aber direkt die Liquidität sind nicht GuV-wirksam belasten aber direkt die Liquidität Ein Unternehmen kann: * hohe Gewinne ausweisen * gleichzeitig hohe Tilgungen leisten müssen hohe Gewinne ausweisen gleichzeitig hohe Tilgungen leisten müssen Ohne ausreichenden Cashflow entsteht ein Engpass. ### 5. Ausschüttungen und Entnahmen In inhabergeführten Unternehmen besonders relevant: * Gewinnausschüttungen * private Entnahmen Der steuerliche Gewinn sagt nichts darüber aus,ob diese Mittel liquiditätsseitig verfügbar sind. ### 6. Fehlende Liquiditätssteuerung In vielen Unternehmen gilt: * GuV-Reports sind etabliert * Liquiditätsplanung ist rudimentär oder fehlt GuV-Reports sind etabliert Liquiditätsplanung ist rudimentär oder fehlt * Liquidität wird „aus dem Bauch heraus“ eingeschätzt * Engpässe werden zu spät erkannt * Maßnahmen erfolgen reaktiv statt vorausschauend Liquidität wird „aus dem Bauch heraus“ eingeschätzt Engpässe werden zu spät erkannt Maßnahmen erfolgen reaktiv statt vorausschauend ## Warum klassische Steuerungslogik hier versagt Viele Unternehmen steuern primär über: * Umsatz * Ergebnis * Kostenbudgets "Diese Größen erklären nicht, ob Zahlungen geleistet werden können." Diese Größen erklären nicht, ob Zahlungen geleistet werden können. * Cashflow-Betrachtung * Liquiditätsforecast * integrierte Planung bleiben entscheidende Risiken unsichtbar. ## Die Rolle der integrierten Unternehmensplanung Integrierte Planung verbindet: * GuV * Liquidität * Bilanz * wann Gewinne zu Liquidität werden * wo Kapital gebunden wird * wie sich Entscheidungen zeitlich auswirken wann Gewinne zu Liquidität werden wo Kapital gebunden wird wie sich Entscheidungen zeitlich auswirken * Umsatzwachstum→ steigende Forderungen→ steigender Liquiditätsbedarf→ Finanzierung notwendig Umsatzwachstum→ steigende Forderungen→ steigender Liquiditätsbedarf→ Finanzierung notwendig Ohne Integration bleibt diese Kette unsichtbar. Hier ein spezieller Blogbeitrag zur integrierten Unternehmensplanung. ## Frühwarnsignale für drohende Zahlungsunfähigkeit Ambitionierte Unternehmen sollten besonders auf folgende Signale achten: * steigende Forderungslaufzeiten * sinkender operativer Cashflow trotz Gewinn * zunehmende Kreditlinienauslastung * wachsender Finanzierungsbedarf * fehlende Liquiditätspuffer steigende Forderungslaufzeiten sinkender operativer Cashflow trotz Gewinn zunehmende Kreditlinienauslastung wachsender Finanzierungsbedarf fehlende Liquiditätspuffer Diese Signale treten lange vor der Krise auf. ## Was Unternehmen konkret tun können ### 1. Liquidität regelmäßig planen * rollierend * realistisch * zahlungsstrombasiert ### 2. Cashflow aktiv steuern * operativer Cashflow als zentrale Kennzahl * Investitionen und Wachstum cashflow-bewerten operativer Cashflow als zentrale Kennzahl Investitionen und Wachstum cashflow-bewerten ### 3. Integriert denken * jede Entscheidung auf GuV, Liquidität und Bilanz prüfen jede Entscheidung auf GuV, Liquidität und Bilanz prüfen ### 4. Transparenz schaffen * nicht mehr Zahlen, sondern bessere * Fokus auf Zusammenhänge nicht mehr Zahlen, sondern bessere Fokus auf Zusammenhänge ## Merksätze * Gewinn ist kein Indikator für Zahlungsfähigkeit * Wachstum ist ohne Liquiditätssteuerung gefährlich * Cashflow ist wichtiger als Ergebnis * Integrierte Planung ist kein Luxus, sondern Risikomanagement Gewinn ist kein Indikator für Zahlungsfähigkeit Wachstum ist ohne Liquiditätssteuerung gefährlich Cashflow ist wichtiger als Ergebnis Integrierte Planung ist kein Luxus, sondern Risikomanagement ## Fazit Unternehmen werden nicht zahlungsunfähig, weil sie unprofitabel sind,sondern weil Liquidität falsch eingeschätzt oder nicht gesteuert wird. Profitabilität ist notwendig –Liquidität ist überlebenswichtig. Unternehmen, die beide Dimensionen integrieren,reduzieren Risiken und gewinnen echte Steuerungsfähigkeit. ### Häufige Fragen (FAQ) Kann ein dauerhaft profitables Unternehmen insolvent werden?Ja. Wenn Liquidität fehlt oder Zahlungsströme zeitlich auseinanderfallen. Welche Kennzahl ist wichtiger: Gewinn oder Cashflow?Beide sind wichtig – für die Zahlungsfähigkeit ist Cashflow entscheidender. Wie lässt sich das Risiko minimieren?Durch integrierte Planung, regelmäßige Liquiditätsforecasts und aktive Steuerung. ------------------------------------------------------------ ABOUT THIS CONTENT ------------------------------------------------------------ Source: https://www.companyon.de/blog/warum-unternehmen-zahlungsunf%C3%A4hig-werden-obwohl-sie-profitabel-sind Author: Claas Eimer Published: December 31, 2025 This content is provided for informational purposes. Please visit the original source for the most up-to-date information.